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  • »bbenning« ist der Autor dieses Themas

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1

Sonntag, 21. November 2010, 13:46

Muschalek Kohlenwagen

Hallo,
ich hab ja auch damals ein Dreier-Set des Muschalek Kohlenwagen erworben.
Meine Frage, wie wurden diese ungebremsten Wagons in Güterzüge eingestellt? Vorne, hinten ?
Gab es größere Züge mit solchen Wagons?
Wie wurde das Bremsproblem hier gehändelt?
Wie viele ungebremste Wagons waren im Zug erlaubt?
MfG. Berthold

  • »Ulrich Geiger« ist ein verifizierter Benutzer

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2

Sonntag, 21. November 2010, 14:04

RE: Muschalek Kohlenwagen

Hallo Herr Benning,
zu der damaligen Zeit, als die schönen Muschalek-Wagen noch allgemein im Betrieb waren, gab es viele Güterwagen, die keine eigene Bremse hatten. Man nannte sie pauschal "Leitungswagen". Sie hatten nur die durchgehende Luftleitung, sonst hätte man sie in Züge gar nicht einstellen dürfen. M. W. gab es keine Vorschrift, an welcher Stelle in einem Zug sog. Leitungswagen, also Wagen ohne Bremse, eingestellt werden durfen. Maßgeblich dafür waren vielmehr die für jeden Zug vorgeschriebenen Mindestbremshundertstel. Dies wiederum war abhängig von der Streckentopographie, den Signalabständen und von der für den speziellen Zug vorgegebenen zulässigen Höchstgeschwindigkeit. Nachlesen kann man das in den Buchfahrplänen in der jeweiligen Überschrift eines Zuges. Wenn die Mindestbremshundertstel z. B. wegen zu vielen Leitungswagen oder Wagen mit geringem Bremsgewicht nicht erreicht wurden, musste die zugelassene Geschwindigkeit entsprechend reduziert werden. Dafür gabe es eine Formel.
Ich hoffe, ich konnte etwas zur Aufklärung beitragen.
Schöne Grüße
Ulrich Geiger
Ulrich Geiger
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  • »Peter Fiedler« ist ein verifizierter Benutzer

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3

Sonntag, 21. November 2010, 15:23

RE: Muschalek Kohlenwagen

hallo ,

ergänzend hierzu, leitungswagen und wagen mit bremsschaden dürfen nicht als schlußwagen laufen. das ist auch heute noch so.



gruß peter






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4

Sonntag, 21. November 2010, 15:53

Dazu hilft vielleicht diese Seite.

Die eben auch zeigt wie Wagen mit und ohne Bremsen zusammengestellt wurden.
Mut zur lebensbejahenden Farbe.

RAL 7011 oder 7021

Gruß vom Michael

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  • »ospizio« ist ein verifizierter Benutzer

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5

Sonntag, 21. November 2010, 16:14

RE: Muschalek Kohlenwagen

Hallo,

[SIZE=16]Falsch,Euer Ehren!![/SIZE]

Die FV von 1973 (War auch Frage in meiner mündlichen Lokführerprüfung)sagt:

§92 Abs.6
Das letzte oder vorletzte Fahrzeuges eines Zges muss eine wirkende Bremse haben.

Und die FV von 1984:

§91Abs.2
Bei G-Zügen mit einer zul.Geschwindigkeit bis 90 km,daf ein Fahrzeug ohne wirkende Bremse am Schluss laufen,wenn es wegen eines Mangels oder einer Bauartabweichung ncht an anderer Stelle im Zug laufen kann.


Gruss vom Lokbetriebinspektor a.D.

Wolfgang

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  • »Peter Fiedler« ist ein verifizierter Benutzer

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6

Sonntag, 21. November 2010, 17:51

RE: Muschalek Kohlenwagen

hallo wolfgang,

da muß ich wohl kleinlaut zugeben das du recht hast ,ist wohl nur bei den bergvölkern so wie ich es schrieb.

bin vom reinen menschenverstand ausgegangen,reißt bei bergfahrt der letze wagen(ungebremst) ab bleibt zwar der zug stehen aber der wagen schaffts unkontrolliert bis zum ausgangsbahnhof. ist wohl noch nicht vorgekommen.



gruß peter






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  • »ospizio« ist ein verifizierter Benutzer

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7

Sonntag, 21. November 2010, 18:02

RE: Muschalek Kohlenwagen

Hallo Peter,

Bin eigentlich ganz Deiner Meinung,dass der letzte Wagen eine Bremse haben sollte und nicht nur an die Luftleitung angeschlossen muss.
Auf diese Frage bei unseren Unterrichten wurde nur die Antwort gegeben,dass es noch niemals vorgekommen ist,dass der letzte Wagen abriss.
Da heute die Standartgeschwindigkeit für Güterzüge 100km/h beträgt,und die FV ja etwas berichtigt wurde(siehe den Absatz von 1984)kommt es heute so gut wie nicht mehr vor.
Einen Schadläufer am Schluss wird kein Disponent zulassen,da die Trassen ja ausgelastet sind und 20km langsamer zu Engpässen führt .

Gruss Wolfgang

8

Sonntag, 21. November 2010, 18:15

RE: Muschalek Kohlenwagen

Hallo Berthold,

erwähnenswert wäre noch daß die "Schwerin" aufgrund ihres geringen Achsstandes von 3m nur mit 30km/h befördert werden durften.
Der kurze Achsstand war auch der Grund daß diese Wagen keine Luftdruckbremsen erhielten.
Die Nachfolgegeneration, die Märklin im Programm hat, bekamen deshalb bei gleichen Wagenkastenabmessungen einen Achsstand von 3,50m. Da ließ sich dann eine Kkg-Bremse anbauen und die Wagen durften auch 65km/h - bis in die 40er Jahre "Normgeschwindigkeit" für Güterzüge - laufen.

Gruß aus Reutlingen
Michael