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Tuesday, November 12th 2019, 4:23pm

BR 94 - Bedeutung eines kleinen Teils?

Nach längerem Zögern habe auch ich jetzt eine BR 94 von KM1 erworben: Ein ansehnliches, fein detailliertes Modell! Und es funktioniert einwandfrei. Trotzdem habe ich eine Frage an die Experten: Am rechten hinteren Treibrad befindet sich eine mit dem Kurbelzapfen fest verbundene kleine Kurbel, in die das mittlerweile herausgesprungene Kleinteil (eigentlich ein besonders gebogenes Drahtstück, s. Abb.) eingesteckt war. Was hat es für eine Bedeutung? Ein bewegliches Widerlager ist nicht erkennbar. Der Schmierpumpenantrieb ist doch auf der linken Seite. Oder irre ich mich? An meiner Kiss-94er ist das Teilchen jedenfalls nicht vorhanden. Ich hoffe auf eine kundige Erklärung aus der Runde. :)

Schöne Grüße

Aquarius
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Tuesday, November 12th 2019, 4:29pm

Hallo,

die Gegenkurbel ist der Tachoantrieb und das abgebrochene Drähtle ist die Tachowelle.


Hier sieht man den gleichartigen Tachoantrieb an der 97 501, nur der vertikal hängende Tachogenerator ist bei deiner 94 nicht vorhanden, da geht die Tachowelle durch bis zum Anzeigeinstrument.

Gruß
Michael

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3

Tuesday, November 12th 2019, 4:38pm

Hallo Michael,

Danke für die schnelle Antwort. Wo war denn aber das Drähtle am anderen Ende befestigt? Es müßte doch irgendwie beweglich (drehbar) gewesen sein. ?(

Gruß

Werner (= Aquarius)

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Tuesday, November 12th 2019, 4:49pm

Hallo Werner,

das Drähltle dreht sich nicht mit sondern steckt nur in einer Bohrung der Gegenkurbel. Die muß übrigens genau auf Achsmitte ausgerichtet sein damit das Drähtle nicht "rumeiert" und irgendwann abbricht - wie bei Dir schon geschehen.


Hab Dir die Anordnung in dein Bild reingemalt. Die vorhandene Tachowelle hab ich gestrichelt markiert.

Gruß
Michael

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Tuesday, November 12th 2019, 7:24pm

Tachowellen

... es ist leider eine unter den Herstellern mittlerweile zunehmend verbreitete Unart, die Tachowellen an einer Seite festzulöten.

Nach einiger Fahrzeit kommt es hierbei wie Michael schon schrieb fast immer zu Abbrüchen dieses Teiles, da eine hundertprozentige Flucht kaum langfristig gewährleistbar ist -besonders, wenn man enge Radien fährt. Ich habe dies an vielen meiner Loks ebenfalls gehabt und bin bei der Instandsetzung wieder auf die einstmals auch bei den Herstellern praktizierte Lösung eines an beiden Seiten nur lose eingesteckten Drahtes gegangen. ( positiv ist mir dabei z.B. die BR 65 von Km 1 in Erinnerung geblieben, da war es nämlich genauso umgesetzt)

Das ganze ist zwar auch nicht unbedingt der Weisheit allerletzter Schluss, aber im Falle des Falles erheblich leichter instandzusetzen.

Grüße und schönen Abend

Marcel Bruse

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Wednesday, November 13th 2019, 3:23pm

Hallo Michael, danke für die aufschlussreichen Erläuterungen nebst Abbildungen. Dann ist also die Tachowelle im Original eine biegsame Welle, die bei der 94er bis in das Führerhaus führt (wenn ich das so richtig sehe); im Modell wird sie durch einen relativ starren Draht nachgebildet, was im Betrieb auf der Anlage doch schon ein wenig heikel ist, wie es Marcel durch seinen Erfahrungsbericht (Dankeschön!) bestätigt. Ich führte den Bruch des Drähtchens auch gleich darauf zurück, dass meine Anlage notgedrungen engere Radien aufweist, als kleinsten einen Viertelkreis mit 1176mm. Ich werde also keinen kniffligen Reparaturversuch unternehmen, sondern den Drahtrest in einer Plastiktüte aufbewahren. Manche Details sind halt doch eher für die Vitrine geeignet.... :)

Grüße aus Mittelfranken

Werner

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Wednesday, November 13th 2019, 3:49pm

Hallo Werner,

eigentlich geht es ganz gut wenn man weiß daß man darauf beim handling der Lok achten muß.
Der in der Gegenkurbel steckende Teil des Drahtes muß einfach über den gesamten Bereich der Achsverschiebung möglichst genau gerade und zentrisch ausgerichtet sein und darf bei der Achsverschiebung weder rausrutschen noch die Kuppelstange berühren bzw. sich mit ihr verhaken.
Mir ist auch schon so ein MS-Drähtchen abgebrochen, das hab ich dann durch einen - hier angemesseneren - 0,8mm-Stahldraht ersetzt und für diesen noch ein 0,8mm Loch in den Halter gebohrt, dann mit der Flammen - besser Fämmchen - verlötet und die Reparaturstelle farblich nachgebessert. Das müsste bei der 94 auch auf die Art möglich sein, sehe da am Halter eine Befestigung die evt. angebohrt werden könnte
oder die Lok eben nach Lauingen bringen.

Gruß
Michael