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  • »gschmalenbach« is a verified user
  • "gschmalenbach" started this thread

Posts: 847

Location: Stadtilm-Ilmtal / Thueringen

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Saturday, July 6th 2019, 8:02pm

Achslagerprobleme

Ich hatte von Anbeginn Probleme mit den schönen Bayrischen Personenwagen und Packwagen von MAM . Die Wagen entgleisten aus unerklärlichen Gründen auf 10° Weichen oder in Bögen . Daher waren sie lange abgestellt .

Ich habe mir vorgestern mal in Ruhe die Drehgestelle angesehen . Wollte ich bisher nicht wegen den Kabelanschlüssen . Also abgekniffen und die Drehgestelle einzeln auf das Gleis gesetzt .
Dabei stellte sich schnell heraus das die Lager sehr schwer in den Führungen gleiten und zum verkanten neigen . Einer der beiden Radsätze stellt sich dann schräg gegen die Gleisachse ein , im nächsten Bogen klettert der Spurkranz über den Schienenkopf.

Ursache für das schlechte gleiten in den Achslagerführungen ist die Lackierung und die nicht gebrochenen Kanten . Das gleiche bei den gefrästen Nuten der Achslagerkisten , allesamt scharfe Kanten .
Die Wagen sind schwer und drücken die zyldr. Druckfedern im Betrieb bis zur Blocklänge ein . Bei Unebenheiten oder Herzstücken etc. federt ein Rad nach unten durch , die Führungen verkanten sich in den Achslagern , der Ärger beginnt .

In Bild 1 sieht man das sehr schöne Drehgestell des Packwagens , Radsätze , Achslager , Federn . unnötigerweise auch hier Kugellager . Farbe weg , alle kanten gebrochen . Das muss natürlich beim Einbau gefettet werden . Danach geht es sehr leicht ohne verkanten .

In Bild 2 das völlig andere Drehgestell des C4ü . hier ist noch nichts geändert .

Bild 3 hier habe ich die Anschlüsse der Stromabnehmer mit Steckern versehen damit man die Drehgestelle leichter ausbauen kann . Die Gleitplatten aus Messing 0,5 gefettet sind neu , auch dort war eine Fangkante . Druckfeder am Drehzapfen wegnehmen .
Bild 4 Drehgestell eingebaut und an die neuen Steckbuchsen unter dem Wagenboden angeschlossen .

Bild 5 die 18.4 von KM1 mit Pw4ü bayr. und Sitzwagen , fährt hier durch die 10° Hegob Weiche mit anschließenden Radius R 1715 . Vorwärts-Rückwärts enggekuppelt mit Schraubenkupplung tadellos. Wäre vorher nicht möglich gewesen .

Bild 6 die 18.4 von KM1 ist im Prinzip meine beste Maschine weil ich daran bis Heute nichts ändern musste . Zieht diesen schweren Zug ohne Anstände über die Rampe , fährt dort damit an und bremst ihn auch bergab . Dabei hat sie einen guten Sound , ist schiebbar ,
dampft gut auch die Zylinder , schlabbert nicht damit rum und die Funktionsreihung stimmt . Die Lok macht mir Freude , ich werde daran nichts ändern . Schade das man diesen erfolgreichen Weg verlassen hat .

wie schon oben erwähnt halte ich die Anwendung von Kugellagern bei unseren Modellen für überflüssig , ja gefährlich .
Bei den obigen Radsätzen und nicht nur dort sitzen die Kugellager mit einem losen Schiebesitz sowohl auf der Achse als auch im Gehäuse . Das führt dann dazu das sich irgendwann der Innenring des Lagers nicht mehr dreht oder noch schlimmer
der Außenring des Lagers dreht sich im Gehäuse . ( erlebte Beispiele nenne ich hier jetzt nicht )
Für die hier anstehenden Belastungen und Drehzahlen reichen die im Anschluss gezeigten Sinterlager und Skizze vollkommen und lebenslang ohne nachschmieren . Billiger sind die allemal und es gibt sie in unzähligen Abmessungen , lassen sich bestens bearbeiten .
Bild 7 diese Lager habe ich vor 35 Jahren mal für HO-Antriebe gekauft . Die Hälfte ist weg . Sind heute noch so neu wie damals .
Bild 8 ein paar Beispiele für die Bearbeitung .

Bild 9 habe ich eine einfache Skizze eingestellt wie sich diese Lager für Lokradsätze mit Achslagerkasten u.a. anwenden lassen . Dabei lässt sich die Welle im Lager leicht seitlich verschieben . Der Achslagerkasten muss in der gefetteten Achslagerführung locker sitzen und alles
sauber entgratet , ohne Farbe auf den Gleitflächen . Dann haben wir keine Klemmer und eine lebenslange Dauerschmierung ohne Schmierereien .

Bitte jetzt nicht als Anleitung zum Umbau einer Lokomotive verstehen . Das ist keine Bastelei und muss bei der Konstruktion berücksichtigt werden .

Für heute mal Gut , Küsschen !
Euch Allen einen schönen Sonntag wünscht
Günter
gschmalenbach has attached the following images:
  • Drehgestell-Pw4ü-bayr.-P108.jpg
  • Drehgestell-C4ü-bay.-P10800.jpg
  • Drehgestell-bayr.-mit-Ansch.jpg
  • Drehgestell-bayr.-angeschlo.jpg
  • 18.4-mit-PW4ü-P1080084.jpg
  • 18.4-m.-byr.-Schnellzug-P10.jpg
  • Sinterlagerbeutel-P1080088.jpg
  • Sinterlager-Anwendung--P108.jpg
  • Achslager--img375.jpg
Günter, Großhettstedt, Ilmtal

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Saturday, July 6th 2019, 11:53pm

Kugellager

Den Unfug mit den Kugellager habe ich noch nie verstanden. Sie machen da Sinn, wo keine axiale Verschiebung erforderlich ist, oder wo diese Funktion durch den Lagerstein
übernommen wird. Diese Situation haben wir insbesondere bei den Lokomotiven nicht. Eine aufgezwungene Relativbewegung zwischen Innenring und Achse bzw. Außenring und Lagerstein
ist konstruktiv Unfug. Während des Studiums hätte man uns so einen Lösungsvorschlag um die Ohren gehauen.

Wolfgang